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Südkoreas koordinierte CBAM-Strategie: Wie ein nationaler CO₂-Preis die Exportwirtschaft klimafit macht

CBAM Weekly – Issue 68


CBAM-Update: Südkorea bereitet KMU gezielt auf die europäische CO₂-Grenzabgabe vor

Diese Woche möchte ich ein politisches Beispiel beleuchten, das auch für andere exportorientierte Länder relevant ist. Südkorea setzt auf frühzeitige und strukturierte Maßnahmen zur Vorbereitung auf den Carbon Border Adjustment Mechanism der Europäischen Union. Der Fokus liegt dabei auf kleinen und mittleren Unternehmen, die beim Aufbau von CBAM-konformen Systemen oft besonderen Unterstützungsbedarf haben. Am 17. Oktober 2025 fand in Daejeon die vierte nationale Informationsveranstaltung zur europäischen CO₂-Grenzabgabe statt. Organisiert wurde sie durch das Ministerium für KMU und Start-ups, gemeinsam mit dem Ministerium für Handel, Industrie und Energie, dem Umweltministerium und der koreanischen Zollbehörde. Über 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer informierten sich vor Ort über die aktuellen CBAM-Regelungen und erhielten konkrete Umsetzungshilfen.

Technische Begleitung für emissionsintensive Exporteure

Im Zentrum der Veranstaltung standen die überarbeiteten Vorgaben der EU, insbesondere die neuen Erleichterungen für Kleinstimporteure und die vereinfachten Berichtsanforderungen. Dennoch bleibt CBAM ein komplexes Instrument. Vor allem kleinere Unternehmen in Branchen wie Stahl, Aluminium, Zement oder Chemie müssen ihre Berichtsprozesse vollständig neu aufstellen. Vertreterinnen und Vertreter von Fachinstitutionen wie dem Korea Institute of Industrial Technology und der Korea Foundation for Quality erläuterten praxisnah, wie Emissionen nach CBAM-Logik berechnet und gemeldet werden. Fallbeispiele von exportierenden KMU machten deutlich, wie digitale Prozesse bereits erfolgreich implementiert wurden.

Der nationale CO₂-Preis schafft regulatorische Anschlussfähigkeit

Ein entscheidender Vorteil für Südkorea liegt in der bestehenden nationalen CO₂-Bepreisung. Bereits seit dem Jahr 2015 betreibt das Land ein eigenes Emissionshandelssystem. Dieses umfasst rund 70 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen und ist auf alle wesentlichen Industriesektoren anwendbar. Das System verpflichtet Unternehmen zur Erhebung und Verifizierung ihrer Emissionsdaten und ermöglicht so eine technisch anschlussfähige Vorbereitung auf CBAM. Viele südkoreanische Exporteure verfügen bereits über standardisierte Monitoring-Systeme, geprüfte Datensätze und digitale Meldeprozesse. Die Kluft zwischen nationalem und europäischem Regulierungsniveau ist dadurch vergleichsweise gering. Unternehmen können ihre Erfahrungen aus dem nationalen Emissionshandel gezielt für die internationale Berichterstattung nutzen.

CBAM als strategischer Innovationsimpuls

Die südkoreanische Regierung betrachtet CBAM nicht als Handelshemmnis. Vielmehr wird die Regelung als Gelegenheit verstanden, den Exportstandort nachhaltig weiterzuentwickeln. In der Kommunikation der Ministerien wird klar betont, dass der Aufbau emissionsbezogener Berichtssysteme auch die langfristige Wettbewerbsfähigkeit stärkt. Park Yong-soon, Generaldirektor für Technologiepolitik im Ministerium für KMU und Start-ups, erklärte, dass Unternehmen nicht nur bei der Umsetzung unterstützt werden. Vielmehr solle die Regulierung als Chance verstanden werden, neue Technologien einzuführen und den Nachhaltigkeitsfaktor in der Lieferkette sichtbar zu machen. Auch Kang Suk-jin, Präsident der staatlichen KMU-Förderagentur, betonte die Bedeutung einer frühzeitigen und strukturierten Vorbereitung. Ziel sei es, die Unternehmen in die Lage zu versetzen, ihre Exportfähigkeit unter veränderten Rahmenbedingungen zu sichern.

Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

Südkoreas Beispiel zeigt, wie ein staatlich koordinierter Ansatz zur CBAM-Vorbereitung aussehen kann. Der Aufbau nationaler Unterstützungsstrukturen, kombiniert mit technischer Expertise und digitalen Werkzeugen, erleichtert die Einhaltung internationaler Klimaregeln erheblich. Wenn Ihr Unternehmen in einem Land ohne eigene CO₂-Bepreisung einkauft, wird die Vorbereitung auf CBAM in der Regel mehr Ressourcen erfordern. Das betrifft vor allem die Beschaffung realer Emissionsdaten aus der Lieferkette, die Auswahl geeigneter Verifizierer und die Integration digitaler Berichtssysteme. Eine strukturierte Vorgehensweise ist unerlässlich, um kostspielige Verzögerungen oder Sanktionen zu vermeiden. Die Übergangsphase bietet eine letzte Gelegenheit, diese Strukturen aufzubauen. Nutzen Sie die Zeit jetzt, um Prozesse zu definieren, Partner einzubinden und die Datenerhebung zu professionalisieren.

Unterstützung

Wenn Sie prüfen möchten, wie Sie sich oder Ihre Lieferkette strategisch auf CBAM vorbereiten, unterstütze ich Sie gerne. Schreiben Sie mir jederzeit an helge@kolum.earth. Gemeinsam machen wir Ihr Unternehmen CBAM-ready.