Fallstudie

  • Branche: Gefahrstofflagerung, Umweltschutz & Arbeitssicherheit
  • Mitarbeitende: 500–1.000
  • Globale Präsenz: 6 Produktionsstandorte, Vertriebsbüros in 23 Ländern
  • Ansprechpartner: Hans-Georg Wehrs
  • kolum-Kunde seit: 2025
  • Website: denios.de

Seit fast vier Jahrzehnten setzt DENIOS den globalen Maßstab für die sichere Lagerung und Handhabung von Gefahrstoffen. Was 1986 mit einer einfachen Auffangwanne begann, ist zu einer internationalen Unternehmensgruppe mit sechs Produktionsstandorten, Büros in 23 Ländern und über 13.000 Produkten gewachsen, die Mitarbeitende, Arbeitsplätze und die Umwelt weltweit schützen. Als familiengeführte Europäische Aktiengesellschaft (SE) bedient DENIOS Kunden von der Kunststoff- und Metallverarbeitung über Chemie, Pharma und Automotive bis hin zu Transport und Logistik, immer mit einer Mission: Menschen und Umwelt zu schützen.

Die Herausforderung: Volumen, Komplexität und ein Informationsvakuum

DENIOS stand vor einer dreifachen Herausforderung, als CBAM ins Spiel kam.

Erstens: Volumen. Als Hersteller und Händler importiert DENIOS erhebliche Mengen an Eisen- und Stahlkomponenten von Nicht-EU-Lieferanten. Diese Importe wurden historisch über manuelle Prozesse und Excel-Tabellen erfasst. Diese Methode funktionierte für den Einkauf, war aber für die granulare CN-Code-basierte Berichterstattung unter CBAM völlig unzureichend. Historische Importdaten waren unvollständig und erforderten umfangreiche manuelle Bereinigung.

Zweitens: Regulatorische Intransparenz. Die Kommunikation der Europäischen Kommission zu den CBAM-Anforderungen war unklar und verwirrend. Dies schuf ein Informationsvakuum innerhalb von DENIOS: Niemand konnte sicher sagen, was genau gefordert war, welche Berichte überfällig waren oder wie der Zeitplan für die Registrierung als zugelassener Anmelder aussah. Ohne ein klares Bild der Pflichten und Kosten war es schwierig, die Zustimmung und das Budget der Geschäftsführung zu sichern.

Drittens: Lieferantendaten. DENIOS erkannte früh, dass der Kostenunterschied zwischen EU-Standardwerten und tatsächlichen verifizierten Daten enorm sein könnte. Doch die Erhebung tatsächlicher Emissionsdaten aus einer komplexen, global verteilten Lieferkette erwies sich als gewaltige Aufgabe.

Die Entscheidung für kolum

DENIOS brauchte einen Partner, der regulatorisches Rauschen durchschneidet und Klarheit schafft. kolum lieferte auf drei Ebenen gleichzeitig: eine spezialisierte, CBAM-optimierte Softwareplattform, fachkundige Beratung zur Übersetzung sich entwickelnder Regulierung in konkrete Maßnahmen, und praxisnahe Unterstützung beim internen Prozessdesign.

Hans-Georg Wehrs, der zentrale Entscheidungsträger für CBAM-Compliance bei DENIOS, schätzte kolums Fähigkeit, das Gesamtbild darzulegen, von der 120-Tage-Frist für die Registrierung als zugelassener Anmelder bis zur projizierten Kostenentwicklung (beginnend bei 2,5% mit signifikantem Anstieg bis 2030). Diese Transparenz war maßgeblich für die interne Investitionsentscheidung.

Die Lösung in der Praxis

Das kolum-Onboarding im August 2025 markierte einen Wendepunkt. Die Plattform ersetzte den Flickenteppich aus Excel-Dateien und manueller Nachverfolgung durch ein zentrales, digitales CBAM-Managementsystem. Importdaten, die zuvor über Abteilungen verstreut und lückenhaft waren, wurden konsolidiert, bereinigt und für automatisierte quartalsweise Berichterstattung strukturiert.

Die Berichte für Q1 und Q2 2025 wurden erfolgreich über die kolum-Plattform eingereicht. Anschließend arbeitete kolum mit dem DENIOS-Team an der Aufarbeitung des Rückstands historischer Berichte (Q4 2023 und alle Quartale 2024).

Ein zentrales organisatorisches Ergebnis war die Etablierung klarer interner Zuständigkeiten. Hans-Georg Wehrs wurde als CBAM-Verantwortlicher bestätigt, mit definierten Schnittstellen zu Einkauf, IT und Finanzen. Jakob Braun wurde mit der Erstellung detaillierter Prozessdokumentation beauftragt.

Bisherige Ergebnisse

Vom Excel-Chaos zur digitalen Klarheit

DENIOS hat fragmentierte manuelle Nachverfolgung durch eine zentrale CBAM-Plattform mit konsolidierten Importdaten und automatisierter quartalsweiser Berichterstattung ersetzt.

Regulatorische Transparenz geschaffen

kolums fachkundige Beratung hat die intransparente EU-Kommunikation in ein klares Bild von Pflichten, Fristen und Kostenexposure übersetzt und damit die Grundlage für abteilungsübergreifende Abstimmung mit Einkauf, IT und Finanzen geschaffen.

Registrierung als zugelassener Anmelder & Kostenbewusstsein

Der 120-Tage-Antragsprozess als zugelassener Anmelder wurde mit kolums Begleitung initiiert, und DENIOS versteht nun die projizierte CBAM-Kostenentwicklung als Grundlage für strategische Beschaffungsentscheidungen.

Ausblick

DENIOS und kolum konzentrieren sich als Nächstes auf die Schließung der historischen Datenlücke durch Einreichung der ausstehenden Berichte für Q4 2023 und alle Quartale 2024 zur vollständigen rückwirkenden Compliance.

Im nächsten Schritt wird die Lieferanteneinbindung skaliert: kolum unterstützt strukturierte Lieferantenansprache und nutzt kundenübergreifende Synergien, wenn DENIOS Lieferanten mit anderen kolum-Kunden teilt. Parallel wird der Einkauf strukturierte Ansätze entwickeln, um CBAM-Zertifikatskosten in Lieferantenverhandlungen und Vertragsbedingungen zu integrieren.

Für ein Unternehmen, dessen gesamte Daseinsberechtigung der Schutz von Menschen und Umwelt ist, bedeutet CBAM mehr als Compliance. Es ist die Chance, diese schützende Mission auf die CO₂-Dimension der eigenen Lieferkette auszuweiten. Mit kolum baut DENIOS die digitale und organisatorische Grundlage, um genau das zu tun.

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